AGG bei internationaler Belegschaft: ethnische Diversität
TL;DR
- Sprache: Deutsch-Anforderung nur bei sachlich gerechtfertigtem Bedarf (§ 8 AGG)
- Visa-Status ist KEIN Differenzierungsgrund — Diskriminierung möglich
- Diversity-Programme können positive Maßnahmen sein (§ 5 AGG)
- Arbeitsschutz-Schulungen in Muttersprache (BAG-Linie)
- Bewerber-Sichtung: anonymisierte Erst-Auswahl reduziert Bias
Hauptartikel: Hauptartikel: § 22 AGG-Beweislastumkehr — der vollständige Pillar-Artikel zum Thema.
1. Sprach-Anforderungen ohne Diskriminierung
'Sehr gute Deutschkenntnisse' OK. 'Muttersprache Deutsch' = Indiz für Ethnie-Diskriminierung. 'Akzentfrei' verboten.
2. Personal-Identifikation
Bei Identitätsprüfung (z.B. Bewerbungsgespräch): personenbezogene Daten minimieren. Foto-Anforderung kritisch.
3. Visa-Anforderungen
Pflicht: Aufenthaltstitel prüfen. Aber: 'Mit deutschem Pass' verboten — Schwellenwerte: EU-Bürger vs. Drittstaaten differenziert.
4. Diversity-Management
Diversity-Charta unterzeichnen. Diversity-KPIs (% Frauen, % Migrationshintergrund, % Behinderte). Bias-Training für HR.
5. Religion in multinationaler Belegschaft
Pflicht: religiöse Bedürfnisse berücksichtigen (Gebetsraum, Feiertage). Verbot: Pflicht-Krawatte/Kopftuch-Verbot ohne neutrale Politik.
6. EuGH C-188/15 Achbita: Neutrale Kleidungs-Politik
Konsequente Politik zulässig. Inkonsistenz = Diskriminierung. Pflichtdoku der Politik.
Häufig gestellte Fragen
'Sehr gute Deutschkenntnisse' OK?
Pflicht zum Diversity-Reporting?
Quellen
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), §§ 1, 5 (positive Maßnahmen), 8 (zulässige Anforderungen), 22, gesetze-im-internet.de/agg
- EuGH C-188/15 Bougnaoui (14.03.2017) und C-414/16 Egenberger (17.04.2018) zu Religion + Neutralitätspolitik
- Richtlinie (EU) 2022/2381 (Frauenquote börsennotiert), eur-lex.europa.eu
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes, antidiskriminierungsstelle.de